Das Steirische Weinland - Gästeinformation

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Graz

zur Erlebnis- und Freizeitkarte

 

Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume gelangte auf seiner berühmten Reise nach Syrakus im Jahre 1802 unter anderem nach Graz. Er schrieb:

„Hier will ich einige Tage bleiben und ruhen; die Stadt und die Leute gefallen mir. Du weiſst, daſs der Ort auf den beyden Seiten der Murr sehr angenehm liegt; und das Ganze hat hier überall einen Anblick von Bonhommie und Wohlhabenheit, der sehr behaglich ist. [...] Gräz ist eine der schönsten groſsen Gegenden, die ich bis jetzt gesehen habe; die Berge rund umher geben die herrlichsten Aussichten, und müssen in der schönen Jahrszeit eine vortrefliche Wirkung thun. Das Schloſ, auf einem ziemlich hohen Berge, sieht man sehr weit; und von demselben hat man rund umher den Anblick der schön bebauten Landschaft, die durch Flüsse und Berge und eine Menge Dörfer herrlich gruppiert ist.“

Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

Heute setzt Graz im Tourismus vor allem auf die historische Substanz der Altstadt und auf das südliche Flair. Die offiziellen Auszeichnungen der Stadt als Kulturhauptstadt 2003, als Weltkulturerbe und nunmehr auch als „Genusshauptstadt“ unterstreichen diese Positionierung. Große Bedeutung kommt Graz auch als Kongressstadt zu. Graz verfügt aktuell über rund 5.000 Gästebetten im gewerblichen Bereich, dazu kommen weitere ca. 1.000 Gästebetten im nicht gewerblichen Bereich (inkl. Camping, Jugendherbergen und Privatzimmer).

Als beste Reisezeit gilt nach wie vor die warme Jahreszeit, die in Graz von April bis Oktober dauert. Die Adventzeit (Ende November – Weihnachten) hat sich durch die Adventmärkte in der Zwischenzeit ebenfalls zu einer sehr attraktiven Besuchszeit entwickelt.

 

 

Kultur

Die Stadt Graz hat als internationales Kulturzentrum eine Jahrhunderte alte Tradition. Die Stadt lag und liegt an einem Schnittpunkt europäischer Kulturen. Durch die Rolle als Hauptstadt von Innerösterreich (ab 1379) gewann die Stadt größeren Einfluss im Alpen-Adria-Raum. Die romanischen und slawischen Einflüsse sind bis heute spürbar und vor allem durch die Bauwerke der Altstadt auch gut sichtbar. 1993 fand in Graz der Europäische Kulturmonat statt. Am 1. Dezember 1999 wurde Graz für seine Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas.

 

Grünanlagen und Parks

70 % der Stadtfläche von Graz werden von Grünflächen eingenommen, wobei einen großen Teil dieser Flächen die Gärten der zahlreichen Einfamilienhäuser ausmachen. Der Grüngürtel, der unter besonderem Schutz steht, nimmt den ganzen westlichen, nördlichen und östlichen Stadtrand ein. Sehr beliebt als Ausflugsziele im Grüngürtel sind die Platte, der Leechwald und der Plabutsch. Es gibt zahlreiche Parkanlagen in Graz. Neben dem Stadtpark, dem größten Park in Graz, sind auch noch Volksgarten, Augarten, Schlosspark Eggenberg, Eustacchio Naturpark und Burggarten nennenswert. Auch der Schloßberg wurde nach der Schleifung der Burg im 19. Jahrhundert begrünt und dient heute als Erholungsraum.

 

 

Sehenswert - Wissenswert

Die Grazer Altstadt wurde 1999 wegen ihres Erhaltungszustandes und weil ihre baugeschichtliche Entwicklung im Altstadtbild ablesbar ist, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung ist verbunden mit der Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem seit der Gotik errichteten Bauensemble zu erhalten und neue Architektur harmonisch einzufügen.  Sehenswürdigkeiten Beschreibung >

 

 

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit, mit jährlich mehr als einer Million Besuchern, ist der Park von Schloss Eggenberg am westlichen Stadtrand. In diesem Englischen Landschaftsgarten leben auch frei laufende Pfaue. Das Schloss gilt als die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark. Beschreibung >

 

Am nördlichen Stadtrand befindet sich die Burgruine Gösting, eine Burg mit sehr guten Überblick, von der aus das Murtal nördlich von Graz einst kontrolliert wurde. 1723 wurde sie durch Blitzschlag zerstört, heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Zerstörung erbauten die Grafen Attems als neuen Sitz das schlichte Barockschloss Gösting.
Auch eine Reihe wichtiger Kirchenbauten befindet sich außerhalb der Altstadt, darunter die größte Kirche von Graz, die Herz-Jesu-Kirche, die Leonhardkirche sowie die Wallfahrtsorte Mariatrost und Mariagrün.
Der größte Jugendstilbaukomplex Österreichs liegt im Osten der Stadt, das LKH-Universitätsklinikum Graz. In dessen Nähe findet man auch die Rettenbachklamm, eine ganzjährig begehbare Klamm im Stadtgebiet.
Unter Denkmalschutz steht die 1922 eröffnete Weinzöttlbrücke über die Mur.
 

Kirchen und Synagogen

In Graz gibt es, wie in den meisten Städten im katholisch geprägten Österreich, eine Fülle an Kirchen. Zu den ältesten Kirchen von Graz zählen die Leechkirche nahe der Universität Graz, deren Ursprünge in das Jahr 1202 zurückgehen, die Stiegenkirche in der Sporgasse und die Rupertikirche in Straßgang. Die höchsten Kirchen sind die im neugotischen Backsteinstil erbaute Herz Jesu Kirche und die Franziskanerkirche- deren Turmunterteil einst Teil der Grazer Stadtmauer war. Erstere ist mit 109,6 m die dritthöchste Kirche Österreichs und das höchste Gebäude von Graz. Im selben Bezirk befindet sich gegenüber dem LKH Graz die 1361 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Leonhard. An dieser Stelle befand sich mit dem Meierhof Guntarn im Mittelalter die erste Grazer Siedlung außerhalb der Innenstadt.
Der Grazer Dom, das kunst- und kulturhistorisch bedeutendste Sakralbauwerk in Graz, wurde unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert errichtet und war Hofkirche der römisch-deutschen Kaiser. Er war einst mit einem Verbindungsgang mit der Grazer Burg verbunden. Der Hauptaltar ist in seiner Gestaltung eines der prächtigsten Gesamtkunstwerke des Barock. In den beiden Seitenschiffen befinden sich die besterhaltenen Brauttruhen der Paola Gonzage aus dem Herrschergeschlecht von Mantua – geschaffen von Andrea Mantegna in der italienischen Frührenaissance. Direkt neben dem Dom befindet sich das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., eines der bedeutendsten Gebäude aus dem Manierismus (dieses stellt das bedeutendste Bauwerk dieses Baustils nördlich der Alpen dar. Zusammen mit der Burg bilden diese beiden Kirchen die so genannte Stadtkrone von Graz. Zwischen den beiden Gebäuden (östlich davon) befindet sich auf einem Sockel eine mittelgroße und sehr sehenswerte Bronzeskulptur des Kirchenpatrons Ägidius geschaffen nach der Vorlage des bekannten Grazer Künstlers Erwin Huber.
Die Grazer Stadtpfarrkirche ist, neben der Stiftsbasilika St. Martin in Landshut [7], weltweit die einzige Kirche, in der Hitler und Mussolini abgebildet sind; diese wurden von einem Künstler, dessen Werk im dritten Reich als entartet galt und der die zerstörten Glasfenster nach dem Zweiten Weltkrieg neu gestaltete, unter den Peinigern Jesu abgebildet.
In der Innenstadt hat sich seit dem 13. Jahrhundert auch ein Franziskanerkloster erhalten, und am gegenüberliegenden Murufer liegt das Minoritenkloster mit der barocken Mariahilferkirche. In der Sackstraße, direkt gegenüber der Schloßbergstiege, ist die Dreifaltigkeitskirche zu sehen, die bis 1900 die Kirche des ehemaligen Ursulinenkonvents war. In der Paulustorgasse steht neben dem Volkskundemuseum die Antoniuskirche.

Der Grazer Kalvarienberg befindet sich im vierten Bezirk Lend. Die Anlage auf dem Austein wurde im 16. Jahrhundert gegründet und von den Jesuiten verwaltet. Besonders sehenswert ist die hochbarocke Kalvarienbergkirche mit der Heiligen Stiege und der Ecce-Homo-Bühne und die zahlreichen Kapellen. Im selben Bezirk sind außerdem die Barmherzigenkirche und die Marienkirche in der Nähe des Grazer Hauptbahnhofs erwähnenswert. In Gries stehen mit der Kirche St. Andrä, der Welschen Kirche am Griesplatz und der Bürgerspitalkirche bedeutende gotische und barocke Kirchenbauten. Weitere Sakralbauten der Grazer Kernbezirke sind die Grabenkirche und die Klosterkirche Maria Schnee in Geidorf, sowie die Erlöserkirche des LKH Graz. Der Bezirk Jakomini ist vor allem durch den modernen Kirchenbau der Münzgrabenkirche und durch die Josefkirche geprägt.
Bekannte Kirchenbauten in den Randbezirken sind die als Wahlfahrtskirche bekannte Basilika Mariatrost als die dem Stadtteil namensgebende wichtigste Barockkirche der Steiermark und die Mariagrüner Kirche. Im Stadtbezirk St. Peter steht weithin sichtbar die Pfarrkirche St. Peter. Im Nordosten von Graz kann man die Kirche St. Ulrich samt dazugehörigem Quellheiligtum und die Pfarrkirche St. Veit in Andritz besichtigen. Auf der anderen Murseite sind in den Bezirken Gösting und Eggenberg die Kirche St. Anna, die Schlosskirche des Schlosses Eggenberg, der Vierzehn-Nothelfer-Kirche, die Vinzenzkirche und auf einem Bergkamm in Wetzelsdorf die Kirche St. Johann und Paul zu sehen. Im südlichen Stadtteil Straßgang befinden sich mit der Kirche Maria im Elend, der Schlosskirche St. Martin, der etwas entlegenen Florianikirche und der zuvor erwähnten Rupertikirche weitere wichtige Grazer Sakralbauten.
Die Heilandskirche, in der Nähe der Grazer Oper gelegen und 1824 errichtet, ist die größte evangelische Kirche der Stadt Graz. Zur evangelischen Konfession zählen auch die Kreuzkirche am Rande des Volksgartens, deren Pfarrheim das Mühl-Schlössl ist, die Christuskirche in Eggenberg, die Evangelische Johanneskirche in Andritz und die Erlöserkirche in Liebenau.
Graz besitzt auch eine Synagoge, die auf den Grundmauern einer 1938 beim Novemberpogrom niedergebrannten Synagoge errichtet wurde.
 

Museen

Universalmuseum Joanneum in Graz

Das Universalmuseum Joanneum in der Steiermark ist nicht nur das älteste und – nach dem Kunsthistorischen Museum in Wien – das zweitgrößte Museum Österreichs, sondern seiner Vielfalt und des Umfanges der Sammlungsbestände wegen auch das bedeutendste unter den österreichischen Landesmuseen. Namensgeber des Museums ist Erzherzog Johann, der im Jahr 1811 seine privaten Sammlungen stiftete mit dem Auftrag, „das Lernen zu erleichtern und die Wissbegierde zu reizen“. Den Gründungsstatuten des Erzherzogs zufolge erfüllt das Universalmuseum Joanneum – gemäß der Idee des Sammelns, Forschens, Bewahrens und Vermittelns – nach wie vor die Aufgabe, ein umfassendes Bild der Entwicklungen von Natur, Geschichte, Kunst und Kultur in der Steiermark zu zeigen. Die meisten der 12 Ausstellungsorte liegen in Graz, deren wichtigste sind:

Alte Galerie (in Schloss Eggenberg (Graz)): verfügt über bedeutende Bestände europäischer Kunst: von Romanik und Gotik über deutsche und italienische Renaissance bis zu reich bestückten Kennerkabinetten des Barock

Neue Galerie: umfasst bedeutende Sammlungen bildender Kunst des 19., 20. Jahrhunderts und der Gegenwart

Haupthaus des Universalmuseum Joanneum: mit den Sammlungen der Botanik, der Geologie & Paläontologie, der Kulturhistorischen Sammlung, der Mineralogie, der Münzensammlung und der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung

Kunsthaus: zeitgenössische Kunst

Künstlerhaus: steht bildenden Künstlern zur Verfügung

Schloss Eggenberg (Graz): ist die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark und zählt mit seiner erhaltenen Ausstattung, dem weitläufigen Landschaftsgarten sowie mit den im Schloss untergebrachten Sammlungen (Alte Galerie, Münzkabinett und Archäologiemuseum) zu den wertvollsten Kulturgütern Österreichs.

Volkskundemuseum: beherbergt die älteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung der Steiermark

Landeszeughaus: Museum für Rüstungen und Waffen, mit ca. 32.000 Einzelstücken (im Originalzustand) die größte historische Sammlung der Welt

Münzkabinett des Universalmuseum Joanneum im Schloss Eggenberg

 

Weitere Museen

Stadtmuseum Graz im Palais Khuenburg und die Expositur Garnisonsmuseum auf dem Schloßberg

Camera Austria im Kunsthaus

Diözesanmuseum

Literaturhaus

Museum der Wahrnehmung

Kindermuseum FRida&freD

Tramwaymuseum

Hans Gross-Kriminalmuseum

Luftfahrtmuseum (Flughafen Graz-Thalerhof)

Hanns Schell Collection – Schloss- und Schlüsselmuseum (die umfangreichste Sammlung dieser Art auf der Welt)

Puch Museum

Kabinett physikalischer Kostbarkeiten am Physikinstitut der Uni Graz

 

Schlösser und Palais in Graz

Graz war während der Monarchie ein beliebter Sitz von Adeligen und höheren Beamten. Deswegen gibt es in Graz viele Schlösser und Palais. Das bekannteste ist Schloss Eggenberg, die wichtigste barocke Schlossanlage in der Steiermark. In dem Schloss ist heute die Alte Galerie untergebracht. Der weitläufige Schlosspark, mit über einer Million Besuchern jährlich, ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Graz. Eine weitere wichtige Schlossanlage ist die Grazer Burg, eine ehemalige Residenz der Habsburger; sie fungiert heute als Sitz der Steiermärkischen Landesregierung. Die meisten Grazer Schlösser werden heute von der öffentlichen Hand genutzt. So ist im Palais Meran, dem ehemaligen Stadtsitz Erzherzog Johanns, heute die Kunstuniversität Graz untergebracht. Im Palais Herberstein befindet sich die Neue Galerie, im Jagdschloss Karlau eine Strafvollzugsanstalt, im Schloss St. Martin ein Volksbildungsheim, und im Jagdschloss Lustbühel ein Kindergarten sowie ein Musterlandwirtschaftsbetrieb. Im Palais Attems schließlich befinden sich Büros der Festivals Styriarte und Steirischer Herbst sowie das der Literaturzeitschrift manuskripte. Das Messeschlössel und das Palais Thinnfeld befinden sich ebenfalls im Besitz der öffentlichen Hand, wobei Ersteres zur Zeit leer steht und in Letzterem seit kurzem das Haus der Architektur untergebracht ist. Weitere Schlösser in Graz sind das Meerscheinschlössl, das Plabutscher Schloss, das Schloss Liebenau, das Hallerschloss, das St. Veiter Schlössl , das Palais Kollonitsch in der Schmiedgasse, das Palais Saurau (mit der Figur des „stürzenden Türken“ und einem Renaissanceinnenhof) sowie das barocke Schloss Gösting.

 

Architektur / Stadtentwicklung

Das Stadtbild der inneren 6 Stadtbezirke ist, wie für eine mitteleuropäische Stadt typisch, vor allem durch eher niedrige, gleichmäßige Verbauung sowie durch zahlreiche Sakralbauten geprägt. Die restlichen Bezirke von Graz sind geprägt von den Baustilen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Abgesehen von der Altstadt lässt sich an den vorherrschenden Baustilen der Stadtteile sehr gut die Epoche, in denen sie ihren größten Ausbau und Bevölkerungszuwachs erfuhren, erkennen. So werden die direkt an die Altstadt angrenzenden inneren 6 Stadtbezirke vom Baustil der Gründerzeit, dem Historismus, geprägt. Ganze, bisher vorstädtisch geprägte Stadtviertel, wurden mit mehrgeschossigen Zinshäusern, die reichen Fassadenstuck aufweisen, verbaut. Für die neu entstandene Klasse der Großindustriellen entstanden auch mehrere vornehme Villenviertel. In der Zwischenkriegszeit war die Bautätigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gedämpft. Trotzdem gelang es der Stadt Graz einige Wohnsiedlungen und öffentliche Gebäude zu bauen, ansonsten aber wurde in diesen Jahren wenig errichtet. Die stärkste Veränderung des Stadtbildes wurde in den Zeit zwischen 1950 und 1980 vollzogen, da die vielen kriegszerstörten Häuser oft mit Hochhäusern ersetzt wurden und zugleich die Wohnungsnot mit dem Bau von großen Hochhaussiedlungen in den Außenbezirken bekämpft wurde. Außerdem wurden auch weite Teile der Außenbezirke von Graz mit einem Teppich aus Einfamilienhäusern verbaut. Das Bauerbe des Historismus wurde in der Nachkriegszeit als geschmacklos empfunden und bei vielen Häusern wurden die Stuckfassaden abgeschlagen, auch wenn sie den Krieg unbeschädigt überstanden hatten. Das geschah vor allem in jenen Stadtteilen, die der Bombenkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. In den Stadtteilen Geidorf und St. Leonhard, die den Bombenkrieg fast unbeschädigt überstanden hatten, gibt es aber noch ganze Viertel mit Häusern deren Fassadenstuck intakt ist. 1972 wurde die Altstadt unter Schutz gestellt, um den geplanten Abriss von ganzen Häuserzeilen zu verhindern. 1974 wurde ein Hochhausbauverbot für die gesamte Stadt verordnet, als Reaktion auf den oft unsensiblen Umgang der Investoren mit dem Stadtbild. Weiterhin wurden auch Teile der Außenbezirke als Grüngürtel unter Schutz gestellt, und die Bebauungsdichten im gesamten Stadtgebiet wurde drastisch gesenkt. Während die Unterschutzstellung der Altstadt und des Grüngürtels heutzutage als großer Erfolg gewertet werden, wurde das Hochhausverbot und die niedrigen Bebauungsdichten inzwischen teilweise revidiert. Die Stadtplaner hatten erkannt, dass Zersiedlung ein großes Problem darstellt; daher ist der Bau von Hochhäusern in mehreren Gebieten außerhalb der Altstadt und der Gründerzeitviertel wieder erlaubt.

 

Moderne Architektur

1965 entstand die „Grazer Schule“. Bemerkenswert sind eine ganze Reihe von spannenden Gebäuden im Bereich der Grazer Universitäten. Dazu zählen z. B. die Gewächshäuser von Volker Giencke, oder das RESOWI-Zentrum von Günther Domenig. 2003 bestärkte Graz als Kulturhauptstadt Europas seinen Ruf mit mehreren neuen Bauten – Stadthalle, Kindermuseum, Helmut-List-Halle, Kunsthaus und Murinsel waren und sind vielbeachtete Highlights. Letztere knüpfen, obwohl nicht von heimischen Architekten und Künstlern, in ihrer Formgebung an die Grazer Schule an. Ein bemerkenswertes Wohnbauprojekt der letzten Jahre ist das Rondo. Seit 2009 besitzt die Kunstuniversität mit dem sogenannten Mumuth von Ben van Berkel einen modernen Veranstaltungsort.


 

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